Borreliose - Alarmzeichen Wanderröte
Erst zeigt sich ein roter Ring um die Bissstelle, später folgen die unterschiedlichsten Krankheitssymtome – Gesichtslähmung, Gelenkentzündung und weitere. Weil die Anzeichen der Borreliose so unterschiedlich sein können, ist exakte Diagnose durch verschiedene Testmethoden erforderlich. Antibiotika greifen die Bakterien an, die sonst jahrzehntelang im Körper überleben können.Im Überblick
Borreliose-Symptome: Erythema migrans ist typisch
Die Lyme-Borreliose ist eine Krankheit, die sich an unterschiedlichen Organen bemerkbar machen kann - insbesondere an der Haut, den Gelenken, am Nervensystem und Herzen.
Die frühe Borreliose-Phase ist gekennzeichnet durch eine sich ringförmig um die Bissstelle ausbreitende, scharf umgrenzte Rötung, die sogenannte Wanderröte (Erythema chronicum migrans). Das Erythema migrans tritt einige Tage bis Wochen nach dem Zeckenbiss auf und kann begleitet sein von unspezifischen Beschwerden wie Fieber, Bindehautentzündung (Konjunktivitis), Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen und Lymphknotenschwellungen.
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Später kommen starke Schmerzen hinzuWenn Sie nach einem Zeckenbiss ein solches Erythema migrans an sich entdecken, sollten Sie schnell zum Arzt gehen. Das Erythema migrans ist ein eindeutiges Zeichen für eine Borreliose und muss deshalb sofort mit einem Antibiotikum behandelt werden. Hinzu kommt, dass die Borreliose-Therapie in der Frühphase am erfolgreichsten ist. Wird das Erythema migrans nicht behandelt, kann es Monate nach der Borreliose-Infektion zu einer schmerzhaften Entzündung der peripheren Nerven, der Nervenwurzeln und Gehirnnerven, insbesondere der Gesichtsnerven kommen. Diese Symptome werden als Bannwarth-Syndrom oder Neuroborreliose bezeichnet.
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Gesichtslähmungen sind charakteristischTypisch sind brennende Schmerzen vor allem in der Gegend des Erythema migrans und oft auch Lähmungen, besonders Gesichtslähmungen (Fazialisparese). Bei 60% der Betroffenen leidet auch der Tastsinn. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, können sich in einer späten Borreliose-Phase starke Gelenkbeschwerden (Lyme-Arthritis) anschließen. Allerdings kann die charakteristische Phaseneinteilung völlig fehlen. Es ist möglich, dass sich die Borreliose mit einer Gelenkentzündung, typischerweise am Kniegelenk, erstmals bemerkbar macht und das Erythema migrans oder die Neuroborreliose ausbleiben. In sehr seltenen Fällen ist im Frühstadium das Herz betroffen. Ein gutartiger Hauttumor, das Borrelien-Lymphozytom, kommt nur ausnahmsweise vor.
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In der Spätphase erkranken Gelenke und HautEs ist wichtig, eine Borreliose früh zu erkennen und zu behandeln - möglichst schon ganz zu Anfang, wenn das Erythema migrans erstmals auftritt. Anderenfalls kann es passieren, dass sich der Infekt durch Antibiotika nicht mehr erfolgreich kurieren lässt und die Erreger im Körper fortbestehen: Die Borreliose wird chronisch.
In dieser späten Phase spielt sich die Borreliose hauptsächlich an den Gelenken ab. Es kommt zur Lyme-Arthritis, einer Gelenkentzündung: Am häufigsten ist das Kniegelenk betroffen, aber auch Sprunggelenk und Ellenbogengelenk können sich entzünden. Etwas seltener tritt die Arthritis an Finger-, Zehen- Handwurzel und Kiefergelenk auf.
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Oft wird die Haut an Händen und Füßen dünn wie ZigarettenpapierTypisch für das Spätstadium ist außerdem eine besondere Hautentzündung, die sich Acrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer nennt: Bei dieser Hauterkrankung bildet sich die Haut zurück, sie wird so dünn wie Zigarettenpapier und färbt sich violett. Die Hautveränderungen treten vor allem an den Fingern, Händen, Füßen, Zehen, der Nase und am Kinn auf sowie an Ellenbogen und Knie, wo sie oft mit starken Schmerzen einhergehen.
In sehr seltenen Fällen ist in der Spätphase eine Entzündung des Gehirns und des Rückenmarks (Enzephalomyelitis) möglich, die zu bleibenden Schäden wie Lähmungen führen kann.
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Zur Diagnose von Borreliose ist ein Bluttest notwendig
Die Borreliose äußert sich im Frühstadium durch recht allgemeine Symptome wie leichtes Fieber, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit oder Schwindel. Bei der Borreliose tritt meistens das Erythma migrans (Wanderröte) hinzu, was die Diagnose erleichtert.
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Liquor-Entnahme etwas aufwendigerAber auch in diesem Fall sollte der Arzt die Diagnose durch einen Bluttest sichern. Bei Verdacht auf eine Beteiligung des Nervensystems entnimmt der Arzt zusätzlich aus dem Rückenmark Nervenflüssigkeit (Liquor). Dazu punktiert er im Lendenwirbelbereich den Wirbelkanal mit einer Nadel.
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Borreliose-Bluttest erst recht spät möglichBei der Borreliose ist die Diagnose durch eine Blut- oder Liquoruntersuchung komplizierter als bei FSME: Erst sechs Wochen nach dem Zeckenbiss lassen sich Antikörper nachweisen - und dies nur bei etwa 20-50% der Patienten. Erst einige Wochen später, wenn oft schon brennende Schmerzen und Lähmungen auftreten, können Labormediziner die Antikörper bei 70 bis 90% der Betroffenen nachweisen. In der späten Borreliose-Phase hat der Körper inzwischen so viele Antikörper gebildet, dass ein Nachweis meistens kein Problem mehr darstellt.
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Manchmal ist der Test falsch-positivEine Schwierigkeit gibt es allerdings noch bei der Diagnose der Borreliose: Der Erreger der Borreliose, das Borrelia burgdorferi, ähnelt manchmal stark anderen Krankheitserregern. So kommt es vor, dass der Test für eine Borreliose spricht, obwohl keine Infektion vorliegt. Mediziner sprechen auch von einem falsch-positiven Test. Besteht der Verdacht eines falsch-positiven Test, sind weitere Untersuchungen notwendig: etwa eine Untersuchung von Urin, Nervenflüssigkeit oder einer Gewebeprobe aus der Haut.
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Therapie Borreliose
Eine Borreliose muss sofort mit Antibiotika behandelt werden. Je früher die Therapie beginnt, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass sie früh ausheilt. Geeignet für die Therapie sind Penicilline, Cephalosporine und Tetrazykline. Wichtig ist, dass Sie die Antibiotika lange genug und in der richtigen Dosierung erhalten. In der späteren Borreliose-Phase verabreicht der Arzt das Antibiotikum meistens intravenös, weil so eine höhere Dosierung möglich ist. Anschließend ist oft zusätzlich eine mehrmonatige Therapie mit Antibiotika-Tabletten notwendig.
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Antibiotika-Therapie unbedingt zu Ende führenUnterbrechen Sie die Therapie in keinem Fall auf eigene Faust. Auch wenn Sie keine Beschwerden mehr haben: Nehmen Sie die Medikamente so lange, wie der Arzt es angeordnet hat. Wenn Sie die Therapie vorzeitig beenden, ist eine vollständige Heilung nicht gewährleistet. Es kann zu einem neuen Ausbruch der Erkrankung (Rezidiv) kommen, der dann eine noch längere Antibiotika-Therapie nötig macht.
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Auch in der Schwangerschaft muss der Arzt eine Borreliose mit Antibiotika behandeln, denn eine unbehandelte Borreliose kann für das Kind gefährlich werden. Sie brauchen vor einer Antibiotika-Therapie in der Schwangerschaft keine Angst zu haben: Es gibt inzwischen eine Reihe Antibiotika, die dem Kind nicht schaden.
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